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Sergej Vutuc / Bernhard Stumpfhaus
»Copy-Copy? Ein Dialog«

3. Mai – 3. Juni 2012

Vernissage am 3. Mai 2012
Einführung: Dr. Bernhard Stumpfhaus

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Der Künstler und Kurator Sergej Vutuc und der Kunsthistoriker Dr. Bernhard Stumpfhaus jammen Bilder. Entstanden ist ein ungewöhnlicher Dialog zwischen den seit 2011 unter dem Projekttitel ‚Something in between‘ weltweit tourenden Fotografien und Bildgestaltungen des Künstlers einerseits und kunstgeschichtlich veranlassten Bildantworten des Historikers andererseits. Das Bild-Gespräch zwischen Vutuc und Stumpfhaus dreht sich um Formales, Symbolisches, Politisches, Gegenständliches wie Ungegenständliches. Die dabei entstandene Bilderschau, die von Gattungsunterschieden und Wertungen wie high and low-art, wie Original und Kopie, wie Ursprung und Rezeption absieht, umfasst ein Gespräch ohne Worte. Entstanden ist eine Bilderreihung, die selbst als eine Art Kunstwerk angesehen werden kann; eine Collage, in denen sich gegen die Logik einer geschichtlichen Abfolge, Formen unterschiedlicher Bildgestaltungen aus unterschiedlichen Epochen so ergänzen oder widersprechen, dass man von einem sich assoziativ wandelnden Form- oder Symbolfluss sprechen kann, ähnlich wie man es in einem Traum oder beim Bewegen durch eine Stadtlandschaft erlebt.

Beide Teilnehmer reagieren mit ihrem Bilderdialog auf zeitgenössische Formen des Ausstellungsbetriebs, in denen entweder der Kurator sich die ausgestellten Bilder durch seinen Anspruch auf Deutungshoheit machtvoll einverleibt, oder in denen sich Künstler, einem solchen Übergriff widerstrebend, selbst unter Verzicht jeglicher Deutung zur Schau stellen. In diesem Projekt von Vutuc und Stumpfhaus gibt es weder Deutungshoheit noch Deutungsentzug, denn der Künstler kommentiert mit seinen Bildern deutend die Deutung, die damit wiederum zu einer Art künstlerischer Einlassung wird. Gleichzeitig wird die Abfolge von Original und Copy unsichtbar. Indem der Kunstgeschichtler Bilder aus der Tiefe der Geschichte holt, um den Künstler zu kommentieren, wird der zeitgenössische Künstler als Original für die aus der Geschichte kommenden Bildkommentare gezeigt. Was war zuerst? Das kunstgeschichtlich Frühere, die Erfindung einer Bildidee damals? Oder der Künstler heute, der mit seinen Bildideen diese fragenden Vergleiche erst anstößt?

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